Narrenzunft
Hochmössingen

nzh
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Im Vergleich zu den anderen Vereinen in Hochmössingen handelt es sich bei der Narrenzunft Hochmössingen um einen relativ jungen Verein, sofern man vom Gründungsjahr 1956 ausgeht. Doch lassen sich erste närrische Aktivitäten bis Anfang der 20. Jahre zurückverfolgen.

Zu dieser Zeit wurde bereits der "Schwarze Domino" mit Ledergamaschen getragen.
Ein besonders beliebtes Gewand, wenn einer etwas auszufechten hatte. Es sollen immer mehrere als Gruppe aufgekreuzt sein, die dann, wenn sie ein Opfer antrafen, diesem kräftig "schändlich" getan haben. Es wurden sogar Schlägereien ausgetragen.
Anfang der 30er Jahre wurden dann bereits schon Narren mit "Gschell" aktiv. Es war ein Hansel mit gelbem Kittel und orange-farbiger Hose. Die Masken wurden selbst geschnitzt und die Glocken selbst geklopft.
Als Auswurfmaterial gab es "Gutsle" ohne Papier. Die sollen besonders gut geschmeckt haben, wenn sie zuerst im Dreck gelegen sind.

Dass es im Jahre 1931 ein "Hohmessinger Narra-Blättle" gegeben hat, das heute noch existiert, zeugt von regen Narren. Es wurde herausgegeben von der
Narren- und Loppzunft "Juhu Hu". Wer der Schreiber war, ist nicht bekannt. Das Blättle schreibt :"Die Verantwortlichen Leiter für den allgem. und Politischen Teil sind eingesperrt im hiesigen Gefängnispalast und daher unzugänglich."
Der Preis des Blattes betrug 0,30 Reichsmark

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Fasnet wieder langsam in Gang.
Im Jahre 1947 schenkte die Adlerwirtin aus Mangel an Bier und Wein kurzerhand Glühmost und Tee aus. Diese Fasnet ging als "Tee-Fasnet" in die Geschichte ein.
Ein großes Ereignis war es dann, als die in Eigenanfertigung gemachten Hansel auf die Straße gingen.
Die Attraktion aber war ein nagelneuer Narro. Bezahlt wurde dieser mit Speck, Butter und mehreren tausend R-Mark.
Die später zur Narrenmutter ernannte Elsa Baier musste Leintücher opfern, die dann mit Ölfarbe bemalt wurden, so dass dieser Narro entstand. Auch ein Schantle gehörte schon zu den Narren.
So kam die Narretei in Hochmössingen immer mehr in Schwung. Das Bild auf den Straßen wurde durch "Alte Weiber, Clowns, und Dominos" bereichert, die auch am Abend in den Wirtshäusern die Gäste unterhielten und an der Nase herumführten.
Dem gesamten Narrentreiben fehlte es aber noch an tragender Form und ideenreichem Inhalt.

Der 29. Januar 1956 war in der Geschichte der Zunft ein richtiger Auftakt. An diesem Tag fand im "Rössle" eine Versammlung der an der Narretei Interessierten statt. In den Wochen nach der Fasnet 1956 gingen Otto Melber, August Haag, Rudi Martin, Alfons Fehrenbacher und Otto Ruf von Haus zu Haus und warben Mitglieder für eine zu gründende Narrenzunft. Der Erfolg blieb ihnen nicht versagt. In wenigen Tagen hatten sie ca. 180 Unterschriften gesammelt.

Nun war der Augenblick gekommen, eine Narrenzunft in Hochmössingen zu gründen.
Am Samstag, 17. März 1956 fand um 20 Uhr im Gasthaus Adler die Gründungsversammlung satt. Otto Melber leitete die Zusammenkunft.
Es waren ungefähr 60 Personen anwesend. Mit 42 Stimmen wurde Otto Melber aus 9 Kandidaten heraus zum ersten Präsidenten der Zunft gewählt.


Die Monate nach der Gründung galten der Vorbereitung des ersten Bürgerballs, der am 2. März 1957 in der Turnhalle stattfand.
Später berichtet der Schriftführer: "Die junge Zunft hat ihr Examen bestanden."
Am Fasnetsdienstag stand für die Elferräte zusammen mit einigen Narren am Vormittag der Besuch der Schule und des Kindergartens auf dem Programm. Die Kinder wurden mit Brezeln, Wecken und roten Würsten beschenkt. Der organisierte Umzug am Nachmittag wurde überwiegend aus Wagen zusammengestellt, die immer aktuelle Themen bildlich darstellten. Die Narrenschar war zu dieser Zeit noch klein beieinander. Am Aschermittwoch wurden die Elferräte von Bürgermeister Baier am "hochwohllöblichen Ratstisch" im Rathaus zum Heringssalat-Essen eingeladen.

In der Generalversammlung am 5. Januar 1958 wurde die 1. Satzung der Narrenzunft verabschiedet. Die Generalversammlung am 19. Februar 1959 wählte Albert Wilhelm jr. in das Amt des neuen Präsidenten. Nach seinem Rücktritt in der Hauptversammlung, am 17. März 1963, war die Zunft von 1964 - 66 Präsidentenlos. Die Fasnet 1966 wurde von 8 Elferräten und der Narrenmutter organisiert. Ein kritisches Jahr in der Geschichte der Zunft. Auch der damalige Schriftführer Maurer warf das Handtuch. Erschrieb als letzten Satz: "Soweit heute. Allen zukünftigen Funktionären viel Spaß und viel Erfolg. Rainer Maurer." In der Hauptversammlung am 5. März 1966 ließ sich Edmund Söll bewegen, das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Bereits nach 8 Monaten wurde das neue Hochmössinger Narrenkleid, das auf dem Papier schon lange bestand, vorgestellt. Es ist ein Weißnarr, ein Vetter des Oberndorfer Narro. Am 5. Februar 1967 (Fasnetsdienstag) fand mit 11 Narro´s der "1. Hochmössinger Mini-Narrensprung" statt.


Beim Bürgerball 1967 standen die ersten Gardemädchen auf der Bühne.
Am 13. April 1969 hat der Elferrat in einer Zusammenkunft mit den aktiven Narren, den Beitritt zum Narrenring "Oberer Neckar" beschlossen. Vorausgegangen war ein Testtreffen am 18. und 19. Januar 1969 in Bochingen.
Die Sitzung des Narrenrings zusammen mit den Zünften Aistaig, Bochingen, Boll, Epfendorf und Waldmössingen, fand am 19. September 1969 statt. Besiegelt durch die Unterschrift aller Präsidenten.
Die Mitgliederversammlung am 19. Dezember 1970 beschloss eine überarbeitete, neue Vereinssatzung, welche den Eintrag in das Vereinsregister erlaubte.
Am 27. Juni 1971 wurde, in einer Zusammenkunft von 20 Kleidlesträger und Elferrat, im Gasthaus Rössle, die Gründung einer Narrengilde, als Organ der Narrenzunft, vollzogen.
Zum ersten Gildemeister wurde Helmut Martin gewählt.

Zu den Aufgaben und Aktivitäten der Narrengilde zählen:

  • das Durchführen der Fasnetseröffnung
  • die Betreuung und Organisation der Brauchtumsnarren
  • das Erstellen und Vortragen des Narrenbuches
  • die Bereicherung der Straßenfasnet
  • das Fasnetvergraben

das Durchführen des "Hochgrobgünstigen Narrengerichts" am Aschermittwoch 

Aufgrund der aufgeführten und noch sonstigen Aufgaben ist die Narrengilde ein wichtiger Bestandteil der Narrenzunft und aus dieser nicht mehr wegzudenken.


Am 18. März 1973 wurden die von einer Arbeitsgruppe vorgelegten Textentwürfe für den neuen Narrenmarsch besprochen und in der Sitzung am 7. Mai 1973 für gut befunden.
Der damalige Dirigent des Musikvereins Hochmössingen vertonte den Text.
Im Jahre 1973 entstand auch die "Grotta-Gosch". Diese Narrenfigur soll dem einzigen Gewässer der Gemarkung, dem Hochmössinger Weiher, entsprungen sein.
Die Grotta-Gosch ist eine Maskengestalt, die bei Umzügen immer wieder großen Anklang findet.

Ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte war das 1. Narrentreffen in Hochmössingen, verbunden mit dem 5. Ringtreffen des Narrenrings "Oberer Neckar", vom 2. bis 4. Februar 1974. Dazu hatten sich 14 Zünfte mit 1100 Mitwirkenden eingefunden.
Zehntausend Besucher erlebten fastnächtlichen Brauchtum.

Den 20. Geburtstag feierte die Zunft 1976 mit dem Bürgerball, erstmals in der neuen, großen Turn- und Festhalle.

Neu, war auch die Durchführung des Fackelumzugs am "Schmotziga Donnerstag". Den Sinn, den "Schmotziga" zu beleben, haben jedoch die Grotta-Goscha und die Zuschauer nicht erkannt. Deshalb musste der Umzug aus Mangel an Interesse im Jahre 1995 wieder aus dem Narrenfahrplan gestrichen werden.
Das Grottaloch, das Vereinslokal der Narrenzunft, wurde im Oktober 1979 seiner Bestimmung übergeben.
Die Hauptversammlung vom 13. November 1982 beschloss eine komplette Neueinkleidung für den Musikverein, den Elferrat und die Garde.


Vom 28. bis 30 Januar 1983 fand in Hochmössingen das 11. Ringtreffen des Narrenringes "Oberer Neckar" statt.
Dazu hatten sich 22 Zünfte mit 2700 Mitwirkenden angesagt. Leider wurde der große Umzug am Sonntag nicht vom Wetter begünstigt. Der aufkommende Sturm mit Regen und später Schnee konnte nur wenige Zuschauer auf die Straße locken.
Die Generalversammlung am 12. April 1986 zählte den bisherigen Stellvertreter des Präsidenten, Georg Schillinger jr., der auch das Amt des Gildemeisters seit 1976 inne hatte, zum neuen Präsidenten.
Der scheidende Präsident Edmund Söll wurde ob seiner großen Verdienste der Zunft zum Ehrenpräsidenten ernannt.
Michael Hörmann wurde zum neuen Gildemeister bestellt.

Wegen des Golfkrieges wurden 1991 alle Fasnetveranstaltungen abgesagt.
Bei der Generalversammlung am 17. November 1993 wurde die Satzung der Zunft dahingehend geändert, dass der Elferrat auch aus mehr als 11 Personen bestehen kann.
Die Narrenzunft Hochmössingen konnte ihr 40jähriges Bestehen mit einem großem Narrentreffen, verbunden mit dem 18. Ringtreffen des Narrenrings "Oberer Neckar" vom 26. bis 29. Januar 1996 feiern. Beteiligt haben sich beim großen Umzug am Sonntag 18 Zünfte mit ca. 2500 Mitwirkenden.

An diesem Tag zeigte sich, dass der Text des Narrenmarsches "Wo ghot da Wend am pfiffigsta..." sich durchaus als richtig erweist. Es wehte ein eisig kalter Wind.
Ein unvergessliches Ereignis bei den Vorbereitungen des Narrentreffens wird sicherlich bei den Verantwortlichen das außerplanmäßige Abhängen der Straßendekoration (Fähnele) sein. Am 8. Januar mussten in einer "Nacht- und Nebel-Aktion", mit Hilfe der Feuerwehr und des Fronmeisters, die erst eine Woche vorher aufgehängten "Fähnele" wieder abgemacht werden, weil ein Schwertransport mit Übermaßen, beladen mit einem Teil der "Ariane-Rakete" von Friedrichshafen über Hochmössingen nach Französisch-Guyana fuhr. Die Straßendekoration wurde eine Woche später wieder aufgehängt.
Zu diesem Narrentreffen wurde auch die Garde neu eingekleidet.


Am 20. Juli 1996 feierte die Narrengilde Hochmössingen mit einem Gartenfest ihr 25-jähriges bestehen.
In der Generalversammlung vom 2. November 1996 wurde der bisherige Kassier Achim Seepold zum neuen Präsidenten gewählt. Der abtretende Präsident Georg Schillinger wurde aufgrund seiner langjährigen und besonderen Dienste um die Narrenzunft außerplanmäßig zum Ehrenelferrat ernannt.

In der Hauptversammlung am 12. April 1997 wurde Thomas Bisson als neuer Gildemeister gewählt.

Im Jahr 2000 wurde zusätzlich zur bestehenden Garde noch eine "Teenie - Garde" gegründet. Diese hatten am Bürgerball 2000 ihren ersten Auftritt.

Im Jahre 2003 wurde Gregor Martin zum neuen Gildemeister gewählt.
Das erste mal in der Vereinsgeschichte fand im Oktober / November ein Narren - TÜV statt. Dabei wurden alle Narrenkleider auf Sauberkeit und Vollständigkeit überprüft.

Eine historische Abstimmung fand in einer Elferratssitzung 2003 statt. Die Mehrheit der Elferräte beschloss, zukünftig auch Frauen im Elferrat aufzunehmen. Bei der Generalversammlung am 19. Mai 2004 war es dann soweit: Die Versammlung wählte Tina Schilling als erste Frau in den Elferrat.

Im Oktober / November 2006 veranstaltete man einen Logo - Wettbewerb für das Narrentreffen 2006.
Dieses Logo soll dann das Erkennungszeichen des Narrentreffens und zur Werbung genutzt werden. Das Narrenzunftmitglied Frau Angelika Hafner gewann mit Ihrem Entwurf den Logo - Wettbewerb.</span>

Im Dezember 2005, rechtzeitig vor dem großen Narrentreffen fand der 2. Narren - TÜV statt.

Dann war es soweit: Es wurde gefeiert 50 Jahre Narrenzunft Hochmössingen mit dem großen Narrentreffen 2006, verbunden mit dem 22. Ringtreffen des Narrenringes "Oberer Neckar" vom Freitag, 27. bis Montag, 30. Januar 2006. Es war das erste Mal in der Geschichte der Narrenzunft Hochmössingen, dass an einem Narrentreffen das Wetter mitspielte. An allen 4 Tagen war strahlender Sonnenschein, was viele Zuschauer und Besucher anlockte, so dass an jedem Tag das Zelt voll besetzt war. Fazit: Ein wunderschönes Jubiläum wurde mit viel Stil und Niveau gefeiert.

In der Generalversammlung am 13. Mai 2006 stellte sich wie angekündigt Präsident Achim Seepold nicht mehr zur Wahl. Neuer Präsident wurde der bisherige Schriftführer Klaus Eger. Achim Seepold schied aus dem Elferrat aus. Zum Schriftführer der Zunft wurde Elferrätin Tina Schilling gewählt. Auch Beim Finanzwesen gab es eine Veränderung. Das Amt des Kassier wurde durch Markus Krämer neu besetzt.


Die Zunft hat mit Stand Generalversammlung 2006:
406 Mitglieder, davon 42 Ehrenmitglieder, 1 Ehrenpräsident und 7 Ehrenelferräte. Desweiteren 12 Elferräte, 13 Gildemitglieder, 9 Mitglieder in der gr. Garde, 10 in der Teenie-Garde + jeweils eine Betreuerin und 24 Brauchtumsnarren. Es existieren 290 Narrenkleider, davon 164 Narro´s, 62 Grotta-Goscha, 33 Hansel und 31 Schantle.


Die Präsidenten der Narrenzunft Hochmössingen:

  • 1956-1959 Otto Melber
  • 1959-1963 Albert Wilhelm jr.
  • 1963-1965 Präsidentenlose Zeit
  • 1965-1966 Klemens Hezel
  • 1966-1986 Edmund Söll
  • 1986-1996 Georg Schillinger jr.
  • 1996-2006 Achim Seepold
  • 2006- Klaus Eger

 

Die Gildemeister der Narrengilde Hochmössingen:

  • 1971  -  1976    Helmut Martin
  • 1976  -  1986    Georg Schillinger jr.
  • 1986  -  1990    Michael Hörmann
  • 1990  -  1997    Ernst Krämer
  • 1997  -  2003    Thomas Bisson
  • 2003  -  2008    Gregor Martin
  • 2008  -  2010    Markus Bantle
  • 2010  -               Raphael Eberhardt

Hier finden Sie ein Organigramm der Narrenzunft Hochmössingen.


Hier finden Sie den Narrenmarsch der Narrenzunft Hochmössingen, der bei jedem Umzug, an dem die Narren von Hochmössingen teilnehmen, vom Musikverein Hochmössingen gespielt wird.

 
Hier
finden Sie ein Organigram der Narrenzunft Hochmössingen.


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