Freiwillige Feuerwehr
Oberndorf
Abt. Hochmössingen
feuerwehr
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Chronik von 1841 bis 1900

 

1841

16. März

Auf den Oberamtlichen Antrag soll nun die Gemeinde zum Zweck bei einem ausbrechen­den Brande zum Löschen noch eine zweite Hand­feuerspritze angeschafft werden, der Empfang soll dem Oberamt übermittelt werden, zur weiteren Ver­fügung mit der Bitte um Anschaffung.
 
1841

26. April

1. Der Gemeinderat und Bürgerausschuß faßt ein­stimmig den Beschluß um bei einem ausbrechen­den Brande den benachbarten Einwohnern schneller zu Hilfe zu kommen, ist den Knechten welche die Spritze führen ein Trinkgeld aus der Gemeindekasse des Löschwesens 30 Kreuzer zu geben.

2.  Wenn ein Feuerwagen abgeschickt werden muß über die Markungsgrenze, 1 Gulden 30 Kreuzer auf eine Stunde, dem Knecht ein Trinkgeld aber sonst nichts, auch keine Zehrung.

3.  Wenn nötig sein sollte die Pferde zu füttern, so soll auf zwei Pferde eine Simmri Hafer gegeben werden.

4.  Die Spritzenmeister sollen bei einem Brandfall, wenn sie ab der Markung kommen, jedesmal 8 Kreuzer zu verzehren haben.

 
1842

12. Juni

Die 1840/41 erbaute Pfarrkirche wird mit 20000 Gulden in die Brandversicherung aufgenom­men.

 
1842

18. Januar

Die entworfene Landfeuerwehrord­nung im gen. Ratsprotokoll wird revidiert und eine Änderung vorgenommen so daß jedem Fuhrmann 20 Kreuzer zu verzehren erlaubt wird und dem Sprit­zen meister nebst seinen Reisekosten zu verzehren erlaubt ist.

 
1857

20. Februar

Bei der heutigen Gemeinderatssit­zung wurden die Feuerwehrrottmannschaften wie­der neu eingestellt wozugleich zu jeder Rotte ein Rottmeister aufgestellt wurde.

Bei der ersten Rotte: Johannes Glatthar, Wagner bei der zweiten Rotte: Sebastian Digiser.

Diese Rottmeister wurden auf drei Jahre gewählt.

1.  Diese haben beim Brand zugleich zu erscheinen.

2.  Der Meßmer hat hinsichtlich des »Stürmens« nach dem Eintrag des Gemeindeprotokolls Teil II Bl. 225b sich zu verhalten.

3.  Als Spritzenmeister wurden neu aufgestellt: At­hanas Krämer, Hubert Frey.

4.  Es wurden als Feuerreiter auf ein Jahr aufgestellt:

Athanas Krämer und Adlerwirt Frey, es hat jeder von einem Ritt aus der Gemeindekasse 30 Kreu­zer zu bekommen.

Die Spritzenführer werden bezahlt ebenfalls aus der Gemeindekasse (Gemeinderatsprot. Teil Bl.280).

Bei einem auswärtigen Brande (in einem Neben-ort) hat diejenige Rotte welche an der Reihe ist, bei dem Rathaus zu erscheinen und weitere Be­fehle abzuwarten.

Sollte ein Brand im hiesigen Ort ausbrechen und dem Rathaus Gefahr drohen, so sollen nachste­hende Personen sogleich bei dem Rathaus er­scheinen um die Gemeinderegistratur zu retten. Beauftragt wurden dazu: Gregor Frey, Jakob Wilhelm Jakob Baier.

Bei der Wahl des Rottenmeisters wurde von dem Gemeinderat bestimmt, daß jeder Mann welcher in der bestimmten Rotte gehört 6 Kreuzer zu ver­zehren hat. Sollte jedoch der Aufenthalt beim Brande länger erforderlich sein oder weiter als eine Stunde, so bleibt es dem Rottenmeister der jeweiligen Rotte überlassen nach dem Bedürfnis der Löschmannschaften ein weiterer lmbiß ge­stattet. Sollte die Löschmannschaft aber nicht ob der Markung kommen, so haben diese keine Zeh­rung zu beanspruchen. Zu der Löschmannschaft werden auch die Spritzen-Fuhrleute gezählt.

Jedem Rottenmeister wird ein Verzeichnis der Rotte nebst einigen  Verhaltungsregeln    zuge­stellt.

5.  Als Spritzenmeister wurden aufgestellt auf zwei Jahre: Athanas Krämer und Hubert Frey           haben diese abwechslungsweis bei einem Brand bei der Spritze pünktlich zu erscheinen, besonders wird ihnen zur Pflicht gemacht die Feuerspritzen immer in einem guten und brauchbaren Zustand zu halten.

Jeder Spritzenmeister erhält jährlich aus der Ge­meindekasse 1 Gulden 30 Kreuzer und bei ei­nem Brand extra 1 Gulden.

6.  Das Feuerspritzenführen wurde neu geregelt und reguliert und hat ein jeder der ein Pferd an die Spritze spannt 3 Kreuzer Trinkgeld und für das Pferd 1 Gulden zu erhalten. Werden zwei Pferde eingespannt 2 Gulden und 3 Kreuzer Trinkgeld, für die drei Pferde 3 Gulden und 18 Kreuzer Trinkgeld, für die vier Pferde 4 Gulden und 24 Kreuzer Trinkgeld, um das Futter nimmt sich die Gemeinde nur über den Einsatz von über zwei Stunden an oder darüber. Dies wird nur gestattet wenn der Einsatz außerhalb des Or­tes war. Die Spritzenfuhrleute werden wie die Lösch­mannschaften besoldet.

Nachtwächter zu der Zeit: Joachim Günter mit ei­nem Gehalt von jährlich 45 Gulden.

Gez. Schultheiß Wittenberger

 
1857

4. April

Der Verkauf von Steinen aus den Steinbrüchen auf der Allmand wird zugunsten der Bürger welche durch Brand geschädigt wurden, nach aus­wärts untersagt bzw. eingeschränkt.

 
1857

7. November

Der versammelten Bürgerschaft wur­de auf dem Rathaus die Zusammenstellung der be­stehen-

den Feuerpolizeivorschriften welche auf Mi­nisterielle Verfügung der Gemeinde bekannt zu ma­chen ist und besonders jedem Hausbesitzer darauf erinnert alle Vorsieht zur Abwendung von Feuerge­fahr bedacht zu sein was jeder Bürger seinen Unter­gebenen besonders einzuschärfen habe.

 
1858

27. Februar

Die Feuerlöschmannschaft wurde neu gewählt und in drei Rotten eingeteilt bis zum 1. März 1860

1. Rotte Johannes Glatthaar

2. Rotte Sebastian Digiser

3. Rotte Jakob Kopf

Der Gemeinderat beschließt außerdem: Wenn in Hochmössingen Feuer ausbricht oder wenn auch nur irgendwo ein Brand entsteht, so haben alle Bür­ger welche ihren eigenen Häuser keine Gefahr droht sogleich auf dem Brandplatz mit einem Wasserbehälter zu erscheinen und sogleich da wo die Gefahr am größten ist Hilfe zu leisten. Ist das Rat­haus in Gefahr oder ist in demselben ein Brand aus­gebrochen so sind nachstehende Bürger beauf­tragt die Gemeinde Reg. zu retten. Dazu wurden gewählt: Gregor Frey, Weber, Jakob Baier, Paul Frey.

2. Die einem Brande außerhalb des Ortes in einem Nachbarort hat jeder Rottenmeister auf    dem Rat­haus mit der Rotte zu erscheinen und hat einen Feuereimer der brauchbar ist mitzubringen und die weiteren Befehle abzuwarten. Kann ein Bür­ger nicht erscheinen so hat dieser einen Mann zu stellen der ihn vertritt oder er hat sieh wegen sei­nem Nichterscheinen auszuweisen. Wer ohne wichtige Ursache nicht erscheint wird um 3 Gul­den bestraft.

3. Ist im hiesigen Ort ein Brand ausgebrochen, so hat der Meßmer sogleich mit allen Glocken zu läuten.

Bricht ein Brand in einem Nachbarort aus und die Gefahr scheint groß, so hat der Meßmer mit der kleinen Glocke zu läuten. Es ist jeden Bürgers Pflicht derjenigen Gemeinde zur Hilfe zu eilen.

4. Die Zehrung der Löschmannschaft wird entspre­chend dem Beschluß im Gemeindeprot. Teil VI Bl. 6 gestattet.

 
1858

21. April

Vom Gemeinderat wurde beschlossen dem Gemeindepfleger den Auftrag zu geben unge­fähr 20 Stück Feuereimer anzuschaffen. Wenn es tunlich ist von geflochtenem Stroh und gut mit Harz verpicht, auch wo möglich einen Sattler ausfindig zu machen der die vorhandenen auszubessern im Stande ist. Sollten strohene Eimer nicht entspre­chen so müßten eine Partie von Schweineleder an­geschafft werden.

 
1859

28. Februar

Zu Feuerreiter wurde auf ein Jahr ge­wählt: Josef Gäckle und Kronenwirt Maurer. Gäckle hat, wenn in Hochmössingen ein Brand aus­bricht sogleich nach Oberndorf zu reiten und dem dortigen Oberamt Meldung zu machen. Er erhält für jeden Ritt 30 Kreuzer aus der Gemeindekasse bzw. Gemeindepflege.

 
1864

6. April

Dem Ottmar Haas welchem sein Haus und sämtl. Gebäude gänzlich abgebrannt sind und ge­nötigt ist nun zu bauen, wird von dem Bürgerholz ein Unterstützungsbeitrag in Form von Sägeholz aus den Gemeindewaldungen bewilligt ebenso sol­len die Mitbewohner seines abgebrannten Hauses, Pelagi Rohrer und Anton Rohrer, welche ihre Habe gänzlich verloren haben von der Gemeinde unter­stützt werden.

 
1864

23. April

Zu Feuerschauer wurden gewählt auf drei Jahre Gemeinderat Müller und Paul Frey.

 
1865

18. Februar

Nachdem bei der Amtsversammlung vom 23. Februar Oberfeuerschauer Arnold von Al­pirsbach als Oberfeuerschauer des ganzen Ober­amtsbezirk gewählt wurde, derselbe sich aber be­schwert mit dem bisher gezahlten Tagegeld als Oberfeuerschauer nicht auskommt wir ihm eine Er­höhung des Tagegeldes von 2 Gulden 24 Kreuzer, auf 3 Gulden zu erhöhen und dieses durch das Oberamt genehmigen zu lassen.

 
1868

29. Februar

Für die Brandverunglückten in Rosenfeld wird eine Unterstützung aus der Gemeindekas­se gezahlt und 10 Gulden bewilligt.
 
1870

1. Mai

Bei dem vom 29. auf 30. April stattgehalte­nen Brande dahier wurden folgende Familien und Personen mit ihrer Habe verunglückt und geschä­digt:

1. Johannes Degg (sämtliche Fahrnis war nicht ver­sichert).

2. Andreas Braitsch, Wittwe, sämtliche Fahrnis mit zwei Stück Vieh (Fahrnis mit Ausnahme von ein Stück Vieh versichert).

3. Lukas Bubenhofer (Fahrnis teilweise versichert mit 1080 Gulden).

4. Maria Flaig, Ehefrau des nach Amerika ausge­wanderten Hilar Schmid, sämtliche Fahrnis.

5. Margarethe Rohr, ledig, sämtliche Fahrnis.

6. Atra Wallum, Ehefrau des nach Amerika entwi­chenen Vincens Haaga, Fahrnis teilweise ver­brannt.

Die Bürger-Collegien haben nun heute in Anbe­tracht ihrer bedrängten Lage die sämtliche Familien aber durch dieses Unglück nahmetlich die drei letz­ten Personen in gänzliche Armut geraten sind, ein­deutig beschlossen: Von Seiten der Gemeinde aus demselben Nachstehenden Unterstützungen zu kommen zu lassen:

1. Dem Johannes Degg, Braitsch‘s Witwe und Lu­kas Bubenhofer je an 50 Raummeter Sägholz.

2. Der Marie Frey, Margarethe Rohr und Afra Wal­um je ein Scheffel Dinkel und 2 Simiri Sommer­weizen. Sodem soll für die Abgebrannten noch eine Oollekte im hiesigen Ort veranstaltet wer­den.

 
1879

25. Januar

Im Schwarzwälder Boten wird ein Ober-amtlicher Erlaß betr. einer Revision der Feuerlösch­ordnung Anlaß zu einer Sitzung des Gemeindera­tes. Hier wird beschlossen:

1. Die Rotteneinteilung nach vorangegangener Prü­fung der Listen bei der bisherigen Einteilung zu belassen da es einer Ergänzung nicht bedarft. Die erste Rotte besteht aus 26 Mann und zwar aus den jüngsten Bürgern der Reihenfolge nach wie sie in das Bürgerrecht aufgenommen wur­den. Als Obmann oder Rottenführer hierzu ist be­stimmt: Gemeindepfleger Matthäus... Diese Rot­te hat jedesmal bei einem auswärtigen Brande auszurücken und Dienst zu tun.

2. Die II. Rotte besteht aus 31 Mann und zwar aus den ältesten Männern der Bürgerschaft bis  zum 60. Lebensjahr. Als Obmann bzw. Rottenführer hierzu ist bestimmt Gemeinderat J. Kreuzberger.

4. Als Spritzenmeister sind aufgestellt zur Spritze 1 August Zweig. Schmid, als Ersatzmann Florian Frey, Schmid.

5. Die Rottenführermeister und Spritzenmeister er­halten keinen Jahresgehalt, wohl aber bei jedem Brand sowohl hier als auch auswärts ein Tage-geld von 2 Mark und bei einer Spritzenprobe wel­che alle 1/4 Jahr vorzunehmen ist 1 Mark und in allen Fällen die gleiche Zehrungsvergütung wie die Rottenmannschaft.
Die Spritzenmeister sind dagegen verpflichtet nach jedem Gebrauch die Spritzen zu reinigen und einzuschmieren, das nötige Fett hierzu lie­fert die Gemeinde.

6. Die Zehrungsvergütung der diensttuenden Mannschaft wird auf 40 Pfennig pro Mann festge­setzt, wenn aber die Mannschaft längere Zeit auf dem Brandplatz, vor allem bei einem auswärti­gen Brände zu verbleiben hat bzw. Dienst zu lei­sten hat, so bleibt es dem Rottenmeister überlas­sen, noch eine weitere Zehrung zu bewilligen.

7. Für das Feuerreiten und das Führen der Spritzen und Rottenmannschaften werden folgende Ver­gütungen geleistet: Für die ersten zwei Pferde welche an die Spritze gespannt werden eine Pferde welche vorausgespannt werden eine Prä­mie von 2 Mark welche nicht von der Feuersprit­ze abzuziehen ist, sondern wird als weiterer Fuhrlohn in die nachliegenden Ortschaften Obern­dorf, Beffendorf, Fluorn, Winzeln, Römlinsdorf, Dornhan, Marschalkenzimmern, Weiden und Ai­staig für jedes Paar Pferde 5 Mark vergütet. Ha­ben die Fuhrleute noch einen weiteren Weg als in die bezeichneten Orte zurückzulegen, so er­halten dieselben außer den vorstehenden Vergü­tungen nochmals die Hälfte des vorherigen Fuhr­lohnes nähmlich 2 Mark 50 Pfennig.

8. Wenn der Hilfsmannschaft und Rottenmann­schaft tunlichst bald auf einem auswärtigen Brandplatz zubringen müssen, werden diesel­ben mittels Leiterwagen befördert, wofür für je­den Wagen welcher zu diesen Zwecken zur Ver­fügung gestellt wird, zu welcher übrigens jeder verpflichtet ist, 1 Mark vergütet, die Fuhrleute die­ser Wagen erhalten für je 2 Pferde die gleiche Be­lohnungen wie die Spritzenfuhrleute. Für jeden mit 2 Pferden bespannten Wagen werden 15 Mann Besatzung gerechnet.

9. Die Feuerreiter oder Feuerboten erhalten und zwar diejenigen welche dem Königl. Oberamt Meldung erstatten, 3 Mark. Derjenige oder dieje­nige welche in oder andere Orte Anzeige ma­chen nach Beffendorf, Winzeln, Fluorn, Dorn­han-Marschalkenzimmern, Weiden und Aistaig je 2 Mark.

 
1879

20. März

Es wird beschlossen bei Flaschnermei­ster... in Oberndorf 25 Stück Feuereimer nach vor­liegendem Muster und für den angebotenen Preis von Feuerwehrübungen einen namenhaften und an sich nicht gerechtfertigten Aufwand verursacht ha­ben, so will man das Aufgeben dieses Brauches dringend empfehlen. In heutiger Sitzung hierüber verhandelt, wird beschlossen: Die Verabreichung von Erfrischungen an die Feuerwehrmannschaft bei Feuerwehrproben nicht gänzlich einzustellen. Dagegen dieselben bis noch bei der im Herbst durch den Bezirksfeuerlöschinspektor durchgeführ­ten Hauptproben unter Einschluß der Wasserträge­rinnen mit je 30 Pfennig zu verabfolgen.

 
1879

24. März

Nach einem vom königl. Oberamt Obern­dorf unter 21. März d. J. nahegelegten Erlaß wer­den die Bürgerkollegien aufgefordert, über die An­schaffung einer Saugfeuerspritze für die hiesige Ge­meinde Verhandlungen zu pflegen und Beschluß zu fassen.

Nach der im Jahre 1876 von Landesfeuerlöschin­spektor Großmann vorgenommenen Visitation, Löschgeräte die Beschaffung neuer Spritzen drin­gendes Bedürfnis sei. Inder heutigen Sitzung. in die­ser Sache verhandelt, wird beschlossen: Von der Anschaffung einer neuen Saugfeuerspritze abzuse­hen da die Gemeinde in der momentanen Geldar­men Zeit nicht in der Lage ist, die Kosten von 3000,— Mark aufzubringen und die Gemeinde überdies zwei anerkannt gute Stoß... feuerspritzen besitzt. welche in allen Fällen eine Saugfeuerspritze erset­zen.

 
1881

11. März

Es wird beschlossen die in jedem Früh­jahr durchgeführte Feuerschau durch die hiesigen Ortsfeuerschauer von jetzt ab einzustellen, nach­dem dieselbe jedes Frühjahr durch die Oberfeuer­schau vorgenommen wird.

 
1881

30. Oktober

Aus Anlaß einer anscheinend kleinen Reparatur der Feuerspritze Nr. 1 hat man beim De­montieren derselben gefunden, daß alte Holzbe­standteile total faul sind und deshalb die Spritze gänzlich unbrauchbar ist. Es fragt sich nun ob diesel­be einer umfassenden Reparatur unterworfen wird oder aber eine neue Spritze entsprechend der neu­en Technik zu beschaffen ist.

Beschluß: Von der Beschaffung einer neuen Feuer­spritze abzusehen und die vorhandene defekte Spritze womöglich reparieren zu lassen und zu diesem Zweck  den Mechaniker Bruscher zu beauftra­gen die Spritze zu untersuchen und nötigenfalls ei­nen Kostenvoranschlag anzufertigen.

 
1883

14. Februar

Der Gemeinderat beschließt an dem am 1. September vorigen Jahres gefaßten Be­schluß festzuhalten da die Gemeinde derzeit bei ih­rer vielen Aufgaben nicht im Stande ist die Kosten für die Anschaffung einer neuen Feuerspritze aufzu­bringen, zumal bei der jeweiligen geldarmen Zeit wo man kaum im Stande ist das nötigste aufzubrin­gen und deshalb das königl. Oberamt wiederholt zu Bitten von der Forderung einer neuen Spritze Ab­stand zu nehmen.

 
1883

28. März

Durch Bekanntgabe im Schwarzwälder Boten werden die Ortsbehörden aufgefordert, die Feuerversicherungen zu überprüfen. Es wurde in Hochmössingen keine Beanstandung festgestellt. Es sind auch keine Versicherungen vorhanden die älter als zehn Jahre sind.

 
1883

23. Juli

Aus Anlaß der Erledigung des §27 des Ruggerichts Rezess vom 19—21. Juli vorigen Jah­res die Beschaffung einer Saugfeuerspritze betref­fend, hat die königl. Kreisregierung Reutlingen laut Erlaß v. 26. v. Monat das Königl. Oberamt dahier be­schieden, daß einem Aufschub in dieser Beziehung bis zum Erscheinen einer neuen Feuerlöschord­nung stattgegeben werden soll wenn die Gemeinde­behörde dahier mittels eines Gesuchs einer neuen Aufforderung nachkommen wollen.

In heutiger Sitzung hierüber verhandelt und einstim­mig beschlossen: An die hohe königl. Kreisregie­rung die untertänigste Bitte zu stellen, mit Anschaf­fung einer neuen Saugfeuerspritze wie unter dem damaligen Beschluß v. 14 Februar d. J. dargelegten Gründen, bis zum Erscheinen der neuen Feuerlöschordnung Aufschub geben zu wollen.

 
1886

Etwa im Jahr 1886 erfolgte die Einführung und Ein­teilung einer Pflichtfeuerwehr. Ein Protokoll hier­über ist nicht vorhanden. Alle ortsansäßigen Män­ner im Alter zwischen 18 und 60 Lebensjahren wa­ren zum Feuerwehrdienst verpflichtet.

 
1886

21. Februar

An diesem Tag wurde ein Kaufvertrag mit der Firma Heinrich Kurz in Stuttgart über den Kauf bzw. Lieferung einer vierrädrigen Saugfeuer­spritze, Modell Landspritze No. 3 unterzeichnet. Preis: 1350,— Mark

 
1886

21. September

Zur Ausführung der Landesfeuer­löschordnung vom 7. Juni 1885 wird heute gemäß §37 der Vollzugsverfügung v. 24. Nov. 1885 in ge­meinschaftlicher Sitzung des bürgerlichen Collegi­ums und unter Mitwirkung des Bezirksfeuerwehr-In­spektors folgendes verhandelt.

Die hiesige Gemeinde 3. Klasse zählt 710 Einwoh­ner und ist eine einfache und besteht nur aus dem Dorf Hochmössingen. Hiernach sollen an Feuer­lösch- und Rettungswagen vorhanden sein: Eine Saugspritze welche in der Minute 220—350 Liter Wasser auf 28—33 Meter weit auswirft, 80—150 Me­ter Druckschläuche, 2 Handspritzen, 2 Stützleitern mit Bockleiter-Vorrichtung,

4 Dachleitern, 3—4 Feu­erhaken, 8—12 Bütten oder Kübel nebst 2—4 Schap­fen, 2 Erdöllaternen, 1 Schlauchbrücke, 1 Doppelhaken mit 2,50 m langem Stiel und 1 Rädergestell zum Transport der Leitern.
Vorhanden sind: 2 Stoßpritzen, 2 Handspritzen. 2 Leitern je 8 m lang. 3 kleine Anstelleitern, 26 Feuereimer aus Blech, 5 Feuerhaken und 6 kleinere Ha­ken.
Diese Geräte wurden aufbewahrt in der vor einigen Jahren neuerbauten, geräumigen und hellen Remise des Spritzenmeisters. Als Gebäude für die Feuer­wehr dient das Schul- und Rathaus und das Farren­haus ebenso das Backhaus und das Schaf haus. Es sind demnach anzuschaffen: 1 Saugfeuerspritze,120 Meter Druckschläuche, 4 Dachleitern, 12 Büt­ten oder Kübel, 4 Schapfen, 2 Erdölfackeln, 1 Schlauchbrücke, 1 Doppelhaken, 1 Rädergestell und 2 neue Feuerhaken.

 
1888

20. Januar

Nachdem nunmehr eine Feuerwehr für die hiesige Gemeinde eingeführt und in fünf Züge eingeteilt ist, ist auch der Kommandant und sein Stellvertreter, der Spritzenmeister und dessen Stell­vertreter ebenso fünf Zugführer und ein Spritzenmeister zur Spritze zwei gewählt und sind laut Be­schluß v. 21. September 1886 die Ausrüstung von 20 Feuerwehrmännern beschlossen wurde, so wur­de heute weiter beschlossen:

1. Den 1. Zug Steigermannschaft mit 18 Mann dem Kommandanten und dessen Stellvertreter den Spritzenmeister und dessen Stellvertreter zur Spritze Nr. 1 sowie fünf Zugführer und den Sprit­zenmeister aus Spritze Nr. 2 und zwei Hornisten, im ganzen 29 Mann auf Kosten der Gemeinde ordnungsgemäß und zwar je mit einer Joppe aus grauem Tuch, einem Helm und den üblichen Aus­zeichnungen auszurüsten.

Im übrigen den Beschluß vom 24. September 1886 zur Anschaffung vorgesehene Feuerlösch­geräteschaften wie vier Dachleitern, zwei ble­cherne Schapfen, eine Schlauchbrücke, ein Dop­pelhaken und ein Rädergestell zum Transport der Leitern anzuschaffen. Sämtliche Geräte­schaften sollen zur Anschaffung im Schwarzwäl­der Boten ausgeschrieben werden.

2. Um die Steiger- und Pumpenmannschaft bei ei­nem auswärtigen Brande tunlichst bald und nicht übermüdet auf den Brandplatz zu bringen, wer­den dieselben mit Leiterwagen befördert, wofür für die Bereitstellung der mit zwei Pferden be­spannten Wagen die von der Amtsverwaltung festgestellten Gebühren bezahlt wird wie auch für den Transport der Mannschaft, zwei Wagen zur Verfügung gestellt wird. Die zur Ausrüstung der Wagen erforderlichen Materialien, nähmlich Bretter. Seiler und dergl. werden von der Gemeinde parat gehalten und im Spritzenhaus aufbe­wahrt.

3. Die Feuerreiter oder Feuerboten welche an das königl. Oberamt und in die Nachbargemeinden abgesandt werden, erhalten von jedem zurück­gelegten Kilometer 50 Pfennig (einfache km).

4. Die Feuerwehrmannschaft welche bei einem Brand in Hochmössingen tätig gewesen sind, er­halten sowie auch bei »stattgehaltenen« »Hang-graben« eine Vergütung aus der Gemeindekas­se von 40 Pfennig. Außerdem kann der Mann­schaft mit Einvernehmen des Kommandanten noch eine weitere Vergügung bewilligt werden.

 
1888

23. Januar

Aus Anlaß der Errichtung der Feuer­wehr dahier wird beabsichtigt die  vorhandenen, der Gemeinde gehörigen zwei, je 10 m langen Dachlei­tern zu Stütz- oder Anstelleitern herrichten zu las­sen. Nachdem es sich aber gez2igt hat, daß diesel­ben den Vorschriften nicht entsprechen wird be­schlossen: Eine acht Meter lange Bockleiter und eine zehn Meter lange Stückleiter anzuschaffen, vom Oberamtsbaumeister (?) zur Bestellung zu übertragen, ebenso einen zweiten Schlauchhaspel von der Firma Kurtz in Stuttgart kommen zu lassen.

 
1888

29. Januar

Die an der Spritzenremise und hintere neben der Scheuer befindliche Gelasse vorhande­ne Fen- ster, sollen mit Eisenstäbe versehen werden um ein Einsteigen in das Spritzenhaus zu verhindern. Der Gemeindepfleger wird beauftragt das erfor­derliche Eisen zu beschaffen.

 
1888

8. Februar

Die von Seiten, der auf Kosten der Ge­meinde den Feuerwehrmännern, 29 an der Zahl, einschlie- ßlich des Kommandanten und Stellvertre­ter, Spritzenmeister und Stellvertreter, zwei Horni­sten und fünf Zugführer anzuschaffenden Joppen, nachdem man sich nicht andererwärts über den Preis der Lieferung einigen konnte bzw. informiert hat, wird den hiesigen zwei Schneidern Eligius Schneider und Josef Glück um den mit denselben vereinbarten Preis von 11 Mark pro Stück unter fol­genden Bedingungen übertragen:

Die Joppen müssen nach den dem Gemeinderat be­reits vorgelegten Mustern bzw. Tuchen gefertigt und ebenso in dem Eligius Schneider vorgelegten Futter gänzlich auszufüttert werden, einem Stehkra­gen, auf der Brust mit doppelten Reihen gelber Feu­erwehrknöpfe zu versehen.

Außerdem sind zwei Ta­schen 70—80 cm je nach Größe der Mannschaft auf den Rücken zu messen für 11 Mark pro Stück inner­halb zwei Wochen zu liefern. Die Taschen sind an den beiden Seiten 70—80 cm unterhalb der Schul­tern anzunähen.

 
1888

30. Mai

Der Kommandant der Feuerwehr, Martin, hat den Antrag gestellt, es möchte von Seiten der Gemeinde ein hölzerner oder blecherner, soge­nannter Zuber oder Wasserbehälter angeschafft werden, welcher bei Brandfällen, bei denen die Brunnen zu weit vom Brandplatz entfernt sind und das Wasser aus demselben durch den Saug­schlauch an der Spritze nicht entnommen werden kann, zum Beischaffen des Wassers für die Spritze, auch das erforderliche Rädergestell zum Transpor­tieren der Leitern, und ein Wasserkarren wie er vor­gefunden wurde, sich dazu nicht eignet.

Beschlossen: Ein Zuber oder Behälter von starkem Blech anzuschaffen und denselben bei einem Flaschner in Oberndorf oder Dornhan zu bestellen ebenso das Rädergestell bei hiesigen Handwerks­meistern.

 

1897

5. September

Aus Anlaß der am 24. April d. J. statt-gefundenen Visitation der hiesigen Feuerwehr und Feuerlöschgeräte durch den königl. Landfeuer­löschinspektor Kleber aus Stuttgart. wurde von demselben angeordnet, daß für die Spritzenmei­ster wie auch für die Führer und einige Steigen schmale Gurten und Gurtlaternen im ganzen 14 Stück, zwei Gurtkarabiner, drei Schlingen und sechs weitere Schlauchhalter nötig sind und des­halb angeschafft werden sollten. Es wurde be­schlossen diese Geräte bei Fabr. Leiber in Biberach zu bestellen.

 
1898

5. April

Aus Anlaß der Neueinteilung der Feuer­wehr und der Neuwahl des Kommandanten und Zugführer, sind nun auch die Spritzenmeister wie­der neu zu wählen. Dies Wahl wurde auf 5. April 1898 anberaumt und vorgenommen. Die Belohnung wird wie bisher an der neuen Spritze Nr. 1 beibehalten. So wird dem Spritzenmeister 10 Mark, für dessen Stellvertreter 5 Mark bezahlt.

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